Fragen, Auskunft, Antworten zu Holz, Holzbau, Massivholzhaus, Passivhaus, Niedrigenergiehaus, Plusenergiehaus

Die technische Telefon-Hotline der Lignum verzeichnet in der Deutschschweiz jedes Jahr an die tausend Anrufe. Dabei machen drei Gruppen klar den Hauptharst aus: Etwa ein Drittel der Anfragen stammt von Architekten und Ingenieuren, je annähernd ein Viertel kommt von Holzverarbeitern und von Bauherren.


Die Anliegen sind zum Teil sehr spezifisch und gehen ins Detail, gerade wenn sie von Fachleuten stammen. Wo es dagegen um die grundlegenden Informationsbedürfnisse privater Bauherren geht, sind die Fragen einander oft recht ähnlich. Die meisten betreffen dort Materialeigenschaften, Brandsicherheit, Holzschutz und die Anwendung von Holz im Aussenbereich, vor allem für Fassaden und Terrassenroste. Insgesamt lassen sich die Wissenslücken von Bauherren zu Holz mit Blick auf ein Jahrzehnt Beratungsstatistik in zehn Grundfragen fassen.

Massivholzhaus Deckenmontage - Bauplanung mit einer Massivholzmauer?

Massivholzhaus Deckenmontage – Bauplanung mit einer Massivholzmauer?

Wie verhält sich das Material Holz im Brandfall?

Holz ist brennbar – aber ein Holzhaus brennt nicht einfach lichterloh, sobald eine Kerze umfällt. Zuerst brennen immer Teppiche, Vorhänge, Möbel; das Gebäude selber beginnt erst viel später zu brennen. Natürlich werden Holzhäuser so konstruiert, dass sie nicht sofort ein Raub der Flammen werden, wenn es zum Brandfall kommt. Doch allein schon ein richtig dimensionierter Holzbalken hält dem Feuer lange stand. Holz enthält bis zu fünfzehn Prozent Wasser, das bei einem Brand als Erstes verdampft. Ausserdem wirkt die aussen entstehende Kohleschicht wie ein Schutzmantel. Unter diesen Bedingungen bleiben Festigkeit und Steifigkeit des verbleibenden Holzes praktisch gleich wie bei Holz bei Raumtemperatur. So bleibt selbst eine nicht weiter geschützte Holzkonstruktion auch im Brandfall berechenbar und lange tragfähig.

Gehen unbehandelte Holzfassaden nicht kaputt?

Nein. Naturbelassenes Holz an der Fassade wird durch die Witterung grau. Darunter leidet ein Haus jedoch keineswegs. Der Vorgang ist natürlich und ungefährlich; er baut keine Substanz ab, es siedeln sich damit keine Schädlinge im Material an, und das Holz fault nicht. Wer das Vergrauen aus ästhetischen Gründen ausschliessen will, kann sein Holzhaus ohne Weiteres auch deckend streichen oder eine Farblasur auftragen. Wer ein unregelmässiges Vergrauen vermeiden will, kann unbehandelte Fassaden mit speziellen Lasuren oder mit natürlich vorbehandeltem Holz farblich absolut einheitlich tönen.

Sind die Verwendungsmöglichkeiten von Holz nicht beschränkt?

Nein, ganz und gar nicht. Holz ist im Verhältnis zu seiner hohen Festigkeit sehr leicht und tragfähig, und dank ausserordentlich fortschrittlicher Fertigungstechnik in Holzbau und Schreinerei ist es in jede Form zu bringen. Nicht nur Einfamilienhäuser einschliesslich Anbauten, Aufstockungen und Dachausbauten und natürlich Innenausbauten aller Art können mit vielen Vorteilen in Holz erstellt werden, sondern auch ganze Wohnsiedlungen und Bürogebäude mit bis zu sechs Geschossen sind heute im Holzbau realisierbar.

Ist Holzbau nicht teuer?

Nein. Ein Einfamilienhaus in Holz kostet bei gleicher Grösse und gleichem Baustandard etwa gleich viel wie ein Massivbau. Weil Holzbauten nach System und zudem witterungsgeschützt in der Werkhalle in Form von Bauteilen mit eingelassenen Fenstern, Dämmung und Leitungen vorgefertigt werden, wird die Bauzeit stark verkürzt. Der Aufwand steckt im planerischen Vorlauf: Alles muss im Voraus bedacht werden, bis hin zur Position der Steckdosen, und dann muss man es genau so umsetzen wie vereinbart. Auf der Baustelle geht es dann jedoch ruckzuck: Ein Einfamilienhaus in Holzbauweise steht nach wenigen Tagen fixfertig da.

Dämmt Holz gut?

Ja. Die Zellstruktur des Holzes speichert die Wärme. Deshalb ist Holz ein ganz schlechter Wärmeleiter, und das ist gut für die Dämmung. Man kann das selbst ausprobieren, indem man seine Hand zuerst auf eine Holzplatte und dann auf einen Backstein hält. Das Holz fühlt sich wärmer an. Deshalb lassen sich schon mit erstaunlich schlanken Wandaufbauten hervorragende Dämmwerte erreichen. Der Holzbau ist heute bezüglich Energieeffizienz führend. Das zeigen die zahlreichen Holzhäuser nach Minergie, Minergie- P und neustens auch nach Minergie- A hierzulande. Die Pioniere des energetischen Bauens haben stets Holz als Material gewählt.

Hat man in Holzhäusern das Klima im Griff?

Ja. Wohnen im Holzhaus ist sogar gesund. Holz hat die Fähigkeit, Wasserdampf aufzunehmen und wieder abzugeben. Dampfdiffusionsoffene mehrschichtige Aufbauten, auf den Millimeter exakt vorgefertigte Bauteile und sauber abgedichtete Fugen sorgen in einem richtig konstruierten Holzhaus dafür, dass es atmen kann, ohne dass Zugluft oder Feuchtigkeit entsteht.

Überdauern Holzhäuser die Zeit?

Ja. Die Beweise stehen in jeder Altstadt: Fachwerkhäuser. Obwohl sie teilweise im Hochmittelalter erstellt worden sind, sind die Holzrahmen dieser Häuser immer noch in hervorragendem Zustand. Oder Venedig: Die Lagunenstadt steht auf Holzpfählen – und das seit über 800 Jahren. Das älteste Holzhaus Mitteleuropas ist ein Schweizer Produkt: Es ist das Haus Nideröst in Schwyz, 1176 erbaut. Wichtig ist, dass ein Holzhaus sachgerecht und sorgfältig konstruiert wird, damit es die Zeit überdauert. Man muss das richtige Holz für die Witterungsbedingungen am Standort des Hauses wählen, das Material muss trocken verbaut und die Fassade hinterlüftet werden.

Ist das Material Holz selber dauerhaft?

Ja. Holzkonstruktionen müssen aber vor dem Eindringen von Wasser geschützt werden, denn wenn Nässe im Tragwerk verbleibt, kann es dieses ernsthaft schädigen. Deshalb ist konstruktiver Holzschutz – zum Beispiel mit Dachüberständen und genügend Abstand vom Boden gegen Spritzwasser – eine wichtige Sache. Massnahmen wie eine Druckimprägnierung, die übrigens nicht umweltgefährdend ist, können die Dauerhaftigkeit unserer beliebten einheimischen Nadelhölzer Fichte und Tanne wesentlich verbessern. Wegen des Dampfes im Hausinnern aus Küche und Bad braucht man sich keinerlei Sorgen zu machen. Holz wird häufig als Baustoff gerade in feuchter Umgebung wie z. B. in Hallenbädern, Saunen und Badezimmern eingesetzt, weil es feuchtigkeitsregulierend wirkt. Wichtig ist, dass feuchtes Holz auch wieder trocknen kann.

Leidet unter einer vermehrten Nutzung von Holz nicht der Wald?

Nein. Der Schweizer Wald ist gesund und nimmt laufend an Fläche zu. Die hiesige Forstwirtschaft arbeitet nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Dies bedeutet, dass nicht mehr Holz genutzt wird als nachwächst. Vom jährlichen Neuzuwachs wird im langjährigen Mittel nur gerade etwa die Hälfte genutzt. Wer Wert auf nachgewiesene Nachhaltigkeit legt, wählt einheimisches Holz, das mit dem ökologischen Spitzenniveau der hiesigen Waldwirtschaft und besonders kurzen Transportwegen ein besonders vorteilhaftes Profil aufweist. Das Herkunftszeichen «Schweizer Holz» zeichnet es klar aus.

Schadet es nicht dem Klima, wenn man Bäume fällt, statt sie stehen zu lassen? Wald speichert doch das Treibhausgas Kohlendioxid.

Nein, im Gegenteil. Wenn Holz geerntet und in langlebige Produkte wie Häuser verwandelt wird, bleibt der darin festgesetzte Kohlenstoff aus der Atmosphäre für Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte in einem Depot, während im Wald vom Jungwuchs laufend weiter Kohlendioxid aus der Luft «verarbeitet» und in Holz umgewandelt wird. Im Schweizer Gebäudepark lagern heute netto rund 45 Millionen Tonnen CO2 als Holz – fast soviel wie die Schweizer Emissionen eines ganzen Jahres.

Quelle: MICHAEL MEUTER, Verantwortlicher Information von Lignum, Holzwirtschaft Schweiz, Zürich
www.hev-schweiz.ch

Videos zum Aufbau unserer “Nur-Holz” Massivholz-Bausystem Holzhäuser finden Sie hier: http://www.youtube.com/user/MassivholzHolzbau

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